08.02.12

Roger Schäli auf Servus TV

"Bergwelten - Eiger-Nordwand- Die Wand der Wände"
Servus TV mit einem beeindruckenden Beitrag zur Eiger Nordwand mit unserem Athleten Roger Schäli.  Hier der Link für alle, die es verpasst haben.

Im Jahr 2010 gelingen Roger Schaeli und Robert Jasper ein weiterer gemeinsamer Meilenstein in der Eiger-Nordwand: Die erste freie Begehung der John-Harlin-Direttissima bis zur Spinne.
Die legendäre Harlin-Direttissima zählt zu den anspruchsvollsten Fels- und Eis-Linien weltweit (Mixed M8-, 7a, E5). Sie führt auf direktestem Weg durch den zentralsten Teil der 1800 Meter hohen Nordwand, der wegen des immensen Eis- und Steinschlags am meisten gefürchtet ist. «Wir mussten alles geben», erzählt Roger Schaeli. «In einer der überhängenden Seillängen trug ich sogar an einem Fuss feste Schuhe mit Steigeisen, am anderen Kletterfinken, weil auf der einen Seite Eis und auf der anderen Fels war.»
«Wir kletterten ohne Depot, Vorarbeiten oder Fixseile, waren im reinen Alpinstil unterwegs», so Schaeli. «Die 44 Jahre alten Haken der Erstbegeher waren teils sehr zweifelhaft. Als ich die letzte Seillänge vor der ‚Spinne’ vorstieg und oben den Pickel ins Eis hauen konnte, erlebte ich einen echt unvergesslichen Moment.»
Und Robert Jasper: «Es war eine Balance zwischen dem, was gerade noch vertretbar ist, und den Risiken in der Wand.» Nach drei Tagen anhaltender und extremer Anspannung in der John-Harlin-Direttissima entschieden sich die beiden, ab der Spinne die letzten Meter via Heckmair-Route auf den 3970 Meter hohen Eiger-Gipfel zu klettern. Am nächsten Morgen seilten sie über die 700 Meter hohe Südwand ab. Für Robert Jasper war diese Durchsteigung ein besonders emotionales Erlebnis. Er hat sich seit zwanzig Jahren mit dem «Gedanken der freien Harlin» beschäftigt und immer wieder an diesem Projekt gearbeitet.
Den beiden Extrembergsteiger glückte bereits im 2009 gemeinsam die erste freie Begehung der Japaner-Drettissima in der Eiger-Nordwand, nun durchstiegen sie auch die Harlin-Direttissima bis zur Spinne im modernen Freikletterstil (Haken nur zur Sicherung, nicht zur Fortbewegung). Erschlossen wurde die Harlin-Route 1966 von einem internationalen Team «technisch», das heisst mit Leitern und anderen Hilfsmitteln zur Fortbewegung. Diese Expedition endete damals tragisch: Der Amerikaner John Harlin II. stürzte 400 Meter unterhalb des Gipfels in den Tod, weil sein Seil gerissen war.

Diese Besteigung ist Teil der „Nordwand-Trilogie“ von Jasper, die Freikletter-Triologie von Eiger, Matterhorn und Grandes Jorasses. Ein Bergprojekt, das sich in die Freiklettergeschichte der größten Nordwände der Alpen einreihen hat. Zwei Etappen davon hat Jasper mit Roger Schäli verwirklicht.

Details zu den Routen:

  • Grandes Jorasses Nordwand, 1. freie Begehung von“ No Siesta“, 1000m, M8 (Jasper/Stofer, 2003)
  • Eigernordwand 1. freie Begehung der „John Harlin Direttissima“, 1800 m, M8 (Schaeli/Jasper, 2010)
  • Matterhorn Nordwand, 1. freie Begehung der „Sebastien Gay Memorial Route“ 1000m, M8 (Schaeli/Jasper, 2011) (zum Bericht)

Die Sendung auf Servus TV zeigt eindrücklich, welche alpinistische Leistungen in unseren Alpen noch möglich sind. Wir wünschen euch viel Spass dabei!
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